Bischof-Keppler Rundwanderweg - Geschichte der Burg und Herrschaft Straßberg 04.08.2016

 

Ortsgeschichte erwandert: Erstes Urlaubsangebot des Albverein Winterlingen

- Historische Wanderung auf dem Bischof Kepplerweg - gut angekommen

Straßberg und Winterlingen, zwei räumlich eng aneinander angrenzende Gemeinden, und dennoch 600 Jahre durch herrschaftliche und konfessionelle Zugehörigkeiten getrennt! Zu dieser Thematik lud der Schwäbische Albverein Winterlingen bei seiner ersten Urlaubswanderung ein, und die Teilnahme von 30 Personen bezeugte das hohe Interesse an dieser Mischung von heimatgeschichtlichen Inhalten und einer Sommerwanderung im nahen Umfeld. Gelegenheit dazu bot der Bischof- Keppler-Weg, ein Angebot des Jan-van-Werth Vereins Straßberg. Dieser Rundweg führte die Wandergruppe von der Flur Vogelherd zum Stangenfelsen, dann durch das Obere und Untere Mühletal über die Schlosshalde, hoch über Straßberg mit sehr guter Sicht auf Ortschaft, Kirche St. Verena und Amtshaus, schließlich über die Alte Steige zur Burg Straßberg hinauf.

 

Wanderführer Rolf Maier thematisierte unterwegs die unterschiedlichen historischen „Wege“ der beiden Nachbargemeinden:

 

Gemeinsam in der Zugehörigkeit zur Scherragrafschaft und der Grafschaft Hohenberg im frühen Mittelalter, getrennt dann ab dem 13. Jahrhundert durch unterschiedliche Landesherren, nämlich der Grafschaft Württemberg für Winterlingen, bzw. dem Reichsfreien Stift Buchau für Straßberg.

 

Diese Trennung habe sich ab der Reformation in Württemberg vertieft bis zur jüngsten Vergangenheit durch die unterschiedlichen konfessionellen Zugehörigkeiten. Während Winterlingen bis zur Neuzeit in Württemberg verblieben sei, habe die Straßberger Landeshoheit durch die napoleonischen Verschiebungen schließlich die Zugehörigkeit zu Hohenzollern ab 1806, bzw. 1849 sogar zum Königreich Preußen gebracht. Unterschiedliche Zugehörigkeiten zu den Landkreisen Sigmaringen und Balingen hätten sich bis in die jüngste Zeit daraus ergeben. Erst seit der Kreisreform 1973 gehörten die beiden nahen Nachbargemeinden zum selben Landkreis. Nach einem anstrengenden Aufstieg am „Schloss“ angekommen, bildete die wechselvolle bauhistorische Geschichte dieser frühen Feudalburg den Abschluss der geschichtlichen Informationen. Auch wurden dort die von Teilnehmern geäußerten Jugenderinnerungen mit dieser Burg ausgetauscht.

 

Durch herrliches Sommerwetter und meist schattigem Laubwald belohnt, schloss sich für die Wanderschar eine gesellige Einkehr an.

 

Rolf Maier, Wanderführer